Fisch erhalten
Nur noch 20 Prozent der weltweiten Speisefischbestände sind gesund. Die anderen 80 Prozent sind akut oder mittelbar vom Aussterben bedroht. Zu diesem Ergebnis kommt die Welternährungsorganisation (FAO) in ihrem Bericht zur Lage der Fischerei im März 2009. Hauptgründe für den dramatischen Fischschwund sind laut der Umweltschutzorganisation Greenpeace Missmanagement, illegale Fischerei, zu große Fangflotten und fehlende Schutzgebiete. Ein immer größerer Stressfaktor für das Ökosystem ist zudem die globale Klimaerwärmung.
Nur durch kluges und dauerhaft sinnvolles Handeln lassen sich die marinen Lebensräume für kommende Generationen erhalten. Nachhaltigkeit in der Fischerei und eine ökologisch verträgliche Aquakultur sind also das Gebot der Stunde. Denn hält die aktuelle Entwicklung an, könnten die Fischbestände laut Umweltverbänden bis 2050 komplett kollabieren.
Das Meer und seine Bewohner schützen
Nachhaltiger Fischfang bedeutet zuvorderst, dass die Fischbestände der jeweiligen Fischart auf einem gesunden Niveau gehalten werden. Andere Arten werden nicht als Beifang getötet, und ihnen werden auch nicht Nahrungsquellen entzogen. Das Ökosystem bleibt unbeschädigt. Nachhaltige Fischerei funktioniert über verträgliche Fangmethoden. Sie bezieht aus dem Meer beispielsweise nur Fischarten, die durch schnelle Fortpflanzungszyklen relativ bestandsstabil sind.
Die ökologische Aquakultur entstand erst Mitte der 90er Jahre in Europa. Die Fische – zum Beispiel Karpfen oder Lachse – wachsen kontrolliert in naturbelassenen Gewässern heran. Mindestens die Hälfte ihrer Nahrung stammt aus der Eigenproduktion der Gewässer, der Rest aus ökologisch anerkannter Landwirtschaft.
Welche Probleme es in der klassischen Fischerei gibt und welche Risiken die Fischzucht in konventionellen Aquakulturen birgt, lesen Sie auf den folgenden Seiten.
